Rasen bei Hitze grün zu halten gelingt vor allem durch gezieltes, tiefes Wässern in den frühen Morgenstunden und eine angepasste Schnitthöhe von mindestens vier bis fünf Zentimetern. Wer diese beiden Grundregeln konsequent befolgt, gibt seinem Rasen die besten Voraussetzungen, auch längere Trockenperioden ohne bleibende Schäden zu überstehen. Die folgenden Fragen und Antworten gehen auf die wichtigsten Aspekte der Rasenpflege im Sommer ein.
Wie viel Wasser braucht Rasen bei Hitze wirklich?
Bei anhaltender Hitze benötigt Rasen pro Wässerung etwa 15 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter. Das entspricht einer Wassertiefe von rund 15 bis 25 Millimetern, die tief genug in den Boden eindringt, um die Wurzeln zu erreichen. Häufiges, oberflächliches Gießen mit kleinen Mengen ist dabei deutlich weniger wirksam als seltenes, aber gründliches Wässern.
Der Grund liegt im Wurzelwachstum: Wenn der Boden nur oberflächlich feucht wird, bleiben die Wurzeln nah an der Erdoberfläche und werden bei der nächsten Hitzewelle besonders schnell gestresst. Wässern Sie dagegen tief, wachsen die Wurzeln nach unten, wo der Boden länger feucht und kühler bleibt. Auf sandigem Boden verdunstet Wasser schneller als auf lehmigem Boden, weshalb Sie dort häufiger gießen müssen. Eine praktische Kontrolle: Stechen Sie einen Finger oder einen Schraubenzieher etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sich der Boden dort trocken an, ist Wässern angebracht.
An sehr heißen Tagen mit über 30 Grad Celsius kann der Rasen täglich bis zu fünf Liter Wasser pro Quadratmeter durch Verdunstung verlieren. Zwei bis drei gründliche Wassergaben pro Woche sind in solchen Phasen sinnvoller als tägliches, sparsames Beregnen.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Rasenwässern im Sommer?
Der beste Zeitpunkt zum Rasenwässern im Sommer ist früh am Morgen, zwischen 5 und 9 Uhr. Zu dieser Zeit ist die Verdunstungsrate niedrig, der Wind meist schwach und das Wasser kann tief in den Boden eindringen, bevor die Tagestemperaturen steigen. So nutzen Sie jede gegossene Menge maximal effizient.
Wässern am Mittag oder am frühen Nachmittag ist dagegen ungünstig: Ein Großteil des Wassers verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht. Außerdem können Wassertropfen auf den Grashalmen bei direkter Sonneneinstrahlung wie kleine Linsen wirken und die Blätter schädigen. Abendliches Wässern ist besser als mittags, aber ebenfalls nicht ideal: Das Gras bleibt über Nacht feucht, was Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel oder Rotspitzigkeit begünstigt.
Wenn Sie morgens keine Zeit haben, ist der späte Abend nach 20 Uhr die zweitbeste Option. Die Temperaturen sind dann gesunken, die Verdunstung ist gering, und das Gras hat zumindest über Nacht Zeit, wieder abzutrocknen, bevor die Sonne am nächsten Morgen aufgeht.
Wie hoch sollte man Rasen im Sommer schneiden?
Im Sommer sollten Sie den Rasen auf eine Höhe von vier bis sechs Zentimetern schneiden, niemals kürzer. Längere Grashalme beschatten den Boden, reduzieren die Wasserverdunstung aus dem Erdreich und schützen die Wurzeln vor übermäßiger Erwärmung. Eine zu kurze Schnitthöhe unter drei Zentimetern schwächt den Rasen bei Hitze erheblich.
Die sogenannte Drittelregel gilt das ganze Jahr über, ist im Sommer aber besonders wichtig: Schneiden Sie nie mehr als ein Drittel der aktuellen Grashöhe auf einmal ab. Wächst Ihr Rasen also auf neun Zentimeter, mähen Sie ihn auf sechs Zentimeter zurück, nicht kürzer. Wer diese Grenze überschreitet, zwingt die Pflanze dazu, Energie für die Erholung aufzuwenden, die sie bei Hitze eigentlich für die Wasseraufnahme braucht.
Achten Sie außerdem darauf, dass die Mähermesser scharf sind. Stumpfe Messer reißen die Grashalme an, anstatt sie sauber zu schneiden. Die entstehenden Wunden trocknen schnell aus und machen den Rasen anfälliger für Krankheiten und Hitzestress. Mähen Sie außerdem nur bei trockenem Gras, da feuchtes Gras ungleichmäßig geschnitten wird und Rasenkrankheiten begünstigt.
Was tun, wenn der Rasen trotz Gießen gelb wird?
Wenn der Rasen trotz regelmäßigen Gießens gelb wird, liegt das häufig an falscher Gießtechnik, Nährstoffmangel, Bodenverdichtung oder Pilzbefall. Gelbe Flecken trotz ausreichender Wasserzufuhr sind ein Hinweis darauf, dass das Wasser den Boden nicht tief genug durchdringt oder die Wurzeln das Wasser nicht aufnehmen können.
Mögliche Ursachen für Gelbfärbung trotz Bewässerung
Bodenverdichtung ist eine häufige Ursache: Wenn der Boden zu stark verdichtet ist, läuft das Wasser seitlich ab, anstatt einzusickern. In diesem Fall hilft Vertikutieren oder Aerifizieren, um die Bodenstruktur aufzulockern und die Wasseraufnahme zu verbessern. Prüfen Sie, ob das Gießwasser wirklich einzieht oder auf der Oberfläche stehen bleibt.
Nährstoffmangel, insbesondere Eisenmangel, zeigt sich oft als gleichmäßige Vergilbung des gesamten Rasens. Auch ein Stickstoffmangel kann den Rasen blass und gelblich wirken lassen. Ein weiterer Grund kann Pilzbefall sein: Kreisförmige gelbe oder braune Flecken, die sich ausbreiten, sind typische Anzeichen für Rasenpilze wie Fusarium oder Dollarflecken. Hier hilft kein zusätzliches Wässern, sondern ein gezieltes Fungizid.
Wenn Rasen in Sommerhitze in die Dormanz geht
Manchmal ist die Gelbfärbung auch eine natürliche Schutzreaktion: Viele Rasengräser gehen bei extremer Trockenheit und Hitze in eine sogenannte Sommerdormanz. Der Rasen sieht strohig und braun aus, ist aber nicht tot, sondern schläft. In diesem Zustand braucht er nur minimale Wassergaben, um die Wurzeln am Leben zu erhalten. Nach dem nächsten Regen oder einer Abkühlung erholt er sich in der Regel von selbst.
Welche Rasensorten sind am hitzeresistentesten?
Die hitzeresistentesten Rasensorten für mitteleuropäische Gärten sind Schafsschwingel (Festuca ovina), Rotschwingel (Festuca rubra) und bestimmte Spielrasenmischungen mit hohem Wiesenrispenanteil. Diese Sorten bilden tiefe Wurzeln, kommen mit weniger Wasser aus und erholen sich nach Trockenphasen schneller als klassische Zierrasenmischungen.
Rasenmischungen, die speziell als „Trockenrasen“ oder „Hitzerasen“ vermarktet werden, enthalten oft Kombinationen aus Schwingel- und Rispengräsern. Diese Mischungen sind besonders für sonnige, trockene Standorte geeignet. Sie wachsen etwas langsamer als herkömmliche Rasenmischungen, was bedeutet, dass Sie seltener mähen müssen und der Rasen insgesamt pflegeleichter ist.
Wenn Sie in einer Region mit regelmäßig heißen Sommern wohnen, lohnt es sich, bei der nächsten Nachsaat gezielt auf solche trockenheitstoleranten Sorten zu setzen. Die Investition in geeignetes Saatgut zahlt sich langfristig durch weniger Wasserverbrauch und weniger Pflegeaufwand aus.
Sollte man Rasen bei Hitze düngen?
Nein, Sie sollten Rasen bei anhaltender Hitze und Trockenheit nicht düngen. Dünger, insbesondere stickstoffhaltiger Mineraldünger, erhöht den Nährstoffgehalt im Boden und zieht dem Gras Wasser durch osmotischen Druck. Bei trockenem Boden kann das zu Wurzelverbrennungen führen und den Rasen weiter schwächen, anstatt ihn zu stärken.
Der richtige Zeitpunkt für eine Sommerdüngung ist ein kühler, bewölkter Tag mit angekündigtem Regen oder unmittelbar vor einer Bewässerung. Der Dünger muss nach dem Ausbringen sofort eingearbeitet werden, damit er sich im Boden löst und nicht auf trockenen Grashalmen liegt. Eine Flüssigdüngung kann in solchen Situationen schonender sein als Granulat.
Im Frühjahr und Herbst ist Düngen dagegen sehr sinnvoll: Im Frühjahr unterstützt ein Rasendünger mit erhöhtem Eisenanteil das Wachstum nach dem Winter und hilft, Mooswachstum zu unterdrücken. Im Herbst bereitet ein kaliumbetonter Dünger den Rasen auf die Wintermonate vor. Im Hochsommer gilt: Weniger ist mehr. Wenn Sie düngen möchten, wählen Sie einen Langzeitdünger mit langsamer Freisetzung, der den Rasen gleichmäßig und ohne Stressspitzen versorgt.
Rasenpflege im Sommer: Wie SACHER Ihnen die Arbeit abnimmt
Regelmäßige Rasenpflege im Sommer ist zeitaufwendig und erfordert Erfahrung, um die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Wir von SACHER übernehmen genau das für Sie, damit Ihr Rasen auch in der Hochsaison grün und gepflegt bleibt.
- Fachgerechtes Rasenmähen mit der richtigen Schnitthöhe für die jeweilige Jahreszeit, immer mit scharfen Messern und nur bei trockenem Gras
- Vertikutieren und Nachsaat, wenn der Rasen nach Hitze und Trockenheit Schaden genommen hat und wieder aufgebaut werden muss
- Rasenkantenpflege, Unkrautentfernung und Düngeberatung zum richtigen Zeitpunkt, abgestimmt auf die aktuelle Witterung
- Regionale Ortskenntnis in den Regionen Mühlhausen, Bad Langensalza, Gotha, Eisenach und Duderstadt, sodass wir wissen, welche Bodenverhältnisse und Klimabedingungen vor Ort gelten
- Feste Ansprechpartner, die Ihren Garten kennen und ohne lange Erklärungen wissen, was zu tun ist
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